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Was ist eigentlich „fairer“ Handel?

Fairer Handel klingt gut. Es klingt vertrauenswürdig. Nach getragener Verantwortung. Aber was genau ist das eigentlich, dieser „faire“ Handel? Und woran wird er festgemacht?

Rana Plaza, Bangladesch
© nytimes.com

Die ganze Welt blickte 2013 bestürzt und machtlos auf die katastrophalen Bilder, die uns über die Medien aus Bangladesch erreichten. Das Fabrikgebäude Rana Plaza, 25km von der Hauptstadt entfernt, war wie ein Kartenhaus in sich zusammengesunken und begrub 3500 Menschen unter seinen tonnenschweren Trümmern. 1129 Tote und über 2000 Verletzte waren die traurige Bilanz des schweren Unglücks.

Nur ein Jahr zuvor, im November 2012, verzeichnete ein schwerer Brand in einer nur wenige Kilometer entfernten Textilfabrik 117 Todesopfer und über 200 Verletzte. Wenige Wochen zuvor kamen in einer Produktionsstätte in Pakistan hunderte Menschen ums Leben.

Treten derartige Nachrichten an die Öffentlichkeit, steht vor allem eine Frage im Raum: Hätte das Unglück verhindert werden können?

Wir sagen Ja! Die Antwort darauf ist die Besinnung auf den fairen Handel.

Was ist fairer Handel?

Von der Bezahlung bis hin zu den Arbeitszeiten – erst, wenn auf beiden Seiten die Arbeitsbedingungen stimmen, kann von fairem Handel gesprochen werden

Fairer Handel, international als Fair Trade bezeichnet, impliziert einen beidseitig respektvollen Umgang der jeweiligen Handelspartner. Die Partnerkooperation besteht hierbei zwischen den Produzenten und dem Händler einer Ware. Es geht darum, die Bedingungen des Handelssystems zu verändern – weg von Ausbeutung und menschenunwürdiger Arbeitsumstände, hin zu einer stabilen finanziellen und wirtschaftlichen Sicherungsgrundlage für die in Entwicklungsländern agierenden Bauern und Erzeuger.

Im Fokus stehen dabei die faire Bezahlung, die Entwicklung des Arbeitsumfelds und die vollkommene Transparenz bis hin zum Ursprung der Produkte.

Warum ist fairer Handel wichtig?

Es sind Fälle wie die obigen, die einen verantwortungsvollen Umgang in allen Bereichen der Textilindustrie unverzichtbar machen. Viele große Textilunternehmen sind immer auf der Suche nach den niedrigsten Lohnkosten. Bei acht von zehn der meistverkauften Modemarken im deutschsprachigen Raum steht Bangladesch als Herkunftsland im Etikett. Nicht umsonst, denn wie auch im hier angeführten Beispiel werden Fabrikgebäude zum Teil illegal gebaut, um Kosten zu sparen.

Über die vorherrschende Preispolitik zwischen den Fronten von maximalem Gewinn und möglichst niedrigen Verkaufspreisen entwickelt sich auch das Konsumverhalten damit in erster Linie auf Kosten der Schwächeren – den ProduzentInnen.

Die Weltmarktpreise vieler Rohwaren werden zudem an der Börse ausgehandelt, auf deren System die Produzentengruppen keinen Einfluss haben. Das heißt, die Preise richten sich nach Angebot und Nachfrage sowie Spekulationen zukünftiger Geschäfte. Hierbei kommt es zu regelmäßigen Schwankungen und Überproduktionen, die wiederum in unregelmäßigen Einkommen der Bauern resultieren.

Arbeit ist in diesem Szenario kein Weg aus der Armut, für zu viele war er der Weg ins Unglück. Mit der Umsetzung von Fair Trade wird den Produzenten eine Chance auf Sicherheit und Unabhängigkeit gegeben.

Woran misst sich „fairer“ Handel?

Sicher besitzen nun die meisten von uns eine ungefähre Vorstellung und Interpretation davon, was als „fair“ betrachtet wird. Dennoch gehen, wie so oft, Interpretationslogiken gerne weit auseinander. Im Zusammenhang mit dem Handel wird die Sache im wirtschaftlichen Sektor noch etwas komplexer und sollte dennoch für jeden als klare Priorität gesetzt sein, denn grundsätzlich ist der faire Handel eine einfache und doch so wirkungsvolle Methode . Wie können Unternehmen das einheitlich umsetzen?

Für den fairen Handel bestehen klar definierte, international festgelegte Grundsätze, die von den Organisationen und Unternehmen eingehalten werden müssen und von unabhängigen Instanzen überprüft werden. Die WFTO (World Fair Trade Organisation), hat hierzu zehn fixe Kriterien festgesetzt, die es zu erfüllen gibt. Es zählen dazu unter anderem:

  •  das Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit,
  • ein garantierter Mindestpreis, der den Produzenten ein verlässliches Einkommen gewährleistet, Vorfinanzierung und Prämien sichert,
  • die Verpflichtung zu langfristigen Handelsbeziehungen,
  • Transparenz und Verantwortlichkeit gegenüber allen involvierten Kooperationspartnern und Stakeholdern
  • die Einhaltung von Umwelt-Standards und
  • die Einhaltung grundlegender sozialer Standards

Mit der Etablierung derartiger Weisungen (die vollständige Liste finden Sie hier) und somit fairem Handel, soll dem Teufelskreis der Armut in Billig-Lohn-Ländern entgegengewirkt werden.

Die Kontrolle aller Entwicklungs- und Entstehungsabläufe ist ein essentieller und der nahezu wichtigste Schritt des fairen Handels. Im Falle Rana Plaza hat man sich die Verantwortlichkeit von einem Imperium zum anderen zugeschoben – zurück blieben nur die tragischen Verluste Tausender. Der faire Handel ist keine Spende. Er ist eine Hilfe zur Selbsthilfe und gibt auch dem Endkonsumenten die Chance, einen direkten Beitrag zur Verbesserung des gesamten Handelssystems zu leisten.

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