Anfang August – und damit mitten im heißesten europäischen Sommer seit Jahren – zieht es uns erneut dorthin, wo unsere Produkte ihren Ursprung haben: Nach Nepal. Die Vorfreude auf das chaotische Kathmandu mischt sich mit Neugier und Aufregung – denn schon seit Monaten arbeiten wir an neuen spannenden Produkten, die langsam mehr und mehr Form annehmen. Mit diesem Wissen im Gepäck können wir es kaum erwarten, den langen Flug hinter uns zu bringen und uns wieder einmal vom bunten Treiben in Kathmandu verschlucken zu lassen.

Regenjacke statt Badehose

plant in the rain

Doch im 6.000 km entferneten Nepal wartet zunächst vor allem eins auf uns: Regen, Regen und noch mehr Regen. Schwere Tropfen prasseln vom Himmel und hüllen die Stadt in eine dunkle Dunstwolke. Pfützen so tief wie kleine Seen breiten sich über den zum Teil schlecht asphaltierten und mit Schlaglöchern versehenenen Straßen aus. Während sich Zuhause alle nach einem erfrischenden Sommerregen sehnen, gibt es davon hier mehr als genug. Seit Juni herrscht in Nepal Regenzeit. Dabei fallen trotz warmen 30 Grad etwa 200 – 300 mm Niederschlag im Monat. Die Mischung aus Hitze, extremen Regenfällen und unangenehm hoher Luftfeuchtigkeit, die uns in Kathmandu Stadt empfängt, macht schnell klar, wieso der nepalesische Sommer nicht gerade als Reisezeit empfohlen wird. Die sonst mit Touristen aus aller Welt gefüllte Stadt, wirkt daher zwischen Juni und September beinahe wie ausgestorben.

Die perfekte Reisezeit

Monsunregen, wenige Sonnenstunden und schwüle Temperaturen machen es während der Sommermonate kaum möglich, Nepal zu erkunden. Wer das vielfältige Land zu seiner besten Zeit kennenlernen möchte, sollte daher die Trockenzeit abwarten. Wenn in Deutschland und Österreich die Temperaturen kühl und ungemütlich werden, warten in Nepal angenehme 20 Grad und geringe Niederschlagsmengen. Die trockene Jahreszeit beginnt in den Monaten Oktober/November und geht bis März/April. Während dieser Zeit verschwindet die hohe Luftfeuchtigkeit, die Sicht klart auf die Temperaturen werden milder – optimale Trekking-Bedingungen.

Flags and Himalaya
Vor allem für Trekker ist Nepal ein beliebtes Reiseziel – doch welche Reisezeit eignet sich am besten?

Unsere Tipp: Im Oktober und November reisen

Vor allem die ersten Monate nach dem Monsun haben es uns angetan. Denn nach den schweren Regenfällen zeigt sich die Natur Nepals von ihrer schönsten Seite: Überall fängt es an in malerischen Farben zu wachsen und zu blühen. Als zweitbeste Reisemonate empfehlen wir das Ende der Trockenphase zwischen Februar und April. Zu dieser Zeit sind die Temperaturen mild und beim Wandern begegnen einem zahlreiche wunderschöne Wildblumen. Auch im Dezember und Januar ist das Klima gut, doch vor allem Nachts können die Temperaturen fallen und Trekker müssen sich auf Schneefälle einstellen.

wild flowers in the mountains
Traumhaft schöne Wildblumen und milde Temperaturen – nach der Monsunzeit lohnt sich die Reise nach Nepal am meisten

Der Ort, an dem alles begann

Das Shangri-la Boutique Hotel in Kathmandu Stadt hat schon lange einen besonderen Platz in unseren Herzen. Zu Beginn unserer Mogli & Martini Reise hat uns der Besitzer der gemütlichen Unterkunft in die nepalesische Businesswelt eingeführt – eine Welt, die uns manchmal immer noch vor das ein oder andere Rätsel stellt. Ein weiterer Grund, warum wir bei jeder Nepalreise in das Shangri-la Boutique Hotel zurückkehren, ist die fantastische Dachterasse. Nichts ist entspannender als einen Tag voller ungewohnter, teilweise chaotischer und nie langweilig werdender nepalesischer Arbeitspraktiken mit Blick über die Stadt ausklingen zu lassen. Normalweise tummeln sich auf der Terrasse zahlreiche Backpacker aus aller Welt – nicht jedoch während der stürmischen Monsunzeit.

Nepalesische Arbeitsgewohnheiten

Auch bei dieser Reise steht die Arbeit an unseren Produkten wieder im Fokus. An den meisten Tagen des zweiwöchigen Aufenthalts treffen wir uns daher mit Prakash, den wir bereits in unserem letzten Reisetagebuch vorgestellt haben. Mit ihm arbeiten wir an Samples zu kuscheligen Mützen und Stirnbändern aus Kaschmir, die ab Herbst 2018 bei Mogli & Martini verfügbar sein werden.

Nepal Cashmere Production
Stolz stellt Prakash uns seine kleine Tochter vor

Die Arbeit mit Prakash ist etwas ganz Besonderes, denn sie zeigt, worin sich die nepalesische Arbeitswelt von der österreichischen unterscheidet. Während in der Heimat geschäftliche Beziehungen meist oberflächlich und unpersönlich ablaufen, vermischt sich in Nepal Privates mit Business. Eine gute Arbeitsbeziehung kommt hier erst dann zustande, wenn eine persönliche Vertrauensbasis geschaffen wurde. So lernen wir nicht nur die Techniken, die Werkstatt und die Fähigkeiten von Prakash kennen, sondern auch seine kleine Familie.

Kaffee mit Karma

Zwischen den Treffen mit Prakash sind wir, auf der Suche nach einem gemütlichen Plätzchen zum Arbeiten, auf das Café “Karma Coffee” gestoßen. Wie der Zufall so will, ist die Besitzerin des Cafés Österreicherin und hat uns mit ihrer Geschichte und ihrer Geschäftsidee sofort in den Bann gezogen. Vor über 10 Jahren ist Birgit – die Gründerin des Cafés – nach Nepal ausgewandert. Seit dem hat sie es sich zum Ziel gemacht, zu zeigen, was Nepal zu bieten hat – inklusive köstlichem Kaffee.

table with coffee
Alle Produkte bei “Karma Coffee” stammen von kleinen, regionalen Herstellern

Ein Thema, das Birgit besonders am Herzen liegt, ist die Nachhaltigkeit des Kaffeeanbaus. Die Kaffeebohnen des “Karma Coffees” stammen aus lokalem Anbau und Birgit kennt jeden Hersteller persönlich. Doch nicht nur die Herkunft ihrer Produkte ist nachhaltig. Birgit verwendet jedes Produkt, das in dem Herstellungsprozess von Kaffee genutzt wird, weiter. Selbst für Abfallprodukte, wie den benutzten Kaffeesatz, findet die Kaffeeliebhaberin eine neue Aufgabe. Deshalb gibt es in dem Café nicht nur köstlichen frischen Kaffee, sondern alle möglichen Produkte rund um das schwarze Gold wie Kosmetik oder handgefertigte Kaffeetassen. Auf diesem Weg werden kleine nepalesische Hersteller unterstützt und gemeinsames Wachstum ermöglicht. Für Birgit ist Kaffee eine Kunst, die zelebriert werden muss – eine Einstellung, an die wir bei unserem nächsten Besuch im Karma Coffee denken werden.

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