Die Herkunft der Kaschmirwolle

Was die edle Kaschmirwolle alles kann und wie sie zu dem wird, das unsere Haut in schützende Wärme einhüllt, haben wir bereits ausführlich analysiert. Aber wo hat die Luxusfaser denn eigentlich ihre Wurzeln? Hier erzählen wir Ihnen alles über die Herkunft, die Geschichte und heutigen Erzeugerländer der feinen Wolle.

Ursprungsquelle der Kaschmirwolle

Geburtenstätte und Namensgeber des begehrten Kaschmirs war vor bereits rund 3000 Jahren das hochgelegene Kaschmirtal in der nordindischen Region Jammu-Kaschmir, das heute gleichermaßen von Indien, Pakistan und China beansprucht wird.

Nomadenvölker, die sich in den eisigen Wintern auf 4000 Höhenmetern vor der Kälte schützen mussten, erkannten die außergewöhnliche Charakteristik des Unterfells ihrer Kaschmirziegen. Daher züchteten sie die gehörnten, schlappohrigen Tierchen in Herden und förderten so deren Fortbestand und ihre eigene Überlebenssicherung.

herkunft der kaschmirwolle

Übersiedelung in die westliche Welt

Über die Seidenstraße verbreitete sich das seltene Wollgewebe bis in die westliche Welt. Vor allem im römischen Reich wurde die Kaschmirwolle hoch angesehen und erfreute sich bei den Reichen und Mächtigen Roms hoher Beliebtheit. Als sogenannte „Pashminas“ wurden aus ihr wertvolle Imperatoren-Schals gewebt. Diese zierten daraufhin die Hälse der obersten Bevölkerungsschicht.

Als Luxusgut verzeichnet ist die Textilfaser in Geschichtsbüchern erstmals im 16. Jahrhundert. Zu dieser Zeit stand die edle Textilfaser nur dem königlichen Hofe zu. Dies prägte den Beinamen des Kaschmir als „Faser der Könige“. Erst 200 Jahre darauf kam auch die Adelsschicht und Noblesse Europas großflächig in den Genuss der zuvor schwer erreichbaren Kaschmirwolle. Anschließend stieg die Nachfrage nach dem Edelstoff rasant an. Aus diesem Grund wurden auch die ersten Kaschmirziegen gen Westen umgesiedelt.

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Heutige Verbreitung und Herkunftsländer

Mit Erkennung des ökonomischen Werts der Edelwolle verbreiteten sich auch die Zuchtstandorte der Ziegen weltweit. Aufgrund der sehr besonderen Bedingungen, die Kaschmirziegen zur Ausbildung ihres wertvollen Unterfells benötigen, kommen nur wenige Orte der Haltung in Frage. Unerlässlich sind hierbei die sehr tiefen Temperaturen weit unter Null und eine hochgelegene Umgebung, die zudem den Nahrungsvorlieben (Pflanzenfresser) der Tiere entspricht.